Artikel vom 19.10.2026
Zahnersatz 2027: Was sich bei Festzuschuss und Eigenanteil ändert
Was die neuen Zuschüsse für Ihre Kosten bedeuten und warum regelmäßige Vorsorge weiterhin wichtig bleibt.
Wenn Sie eine Krone, Brücke oder Prothese benötigen, beteiligt sich Ihre gesetzliche Krankenkasse an den Kosten. Ab dem 1. Januar 2027 sinkt dieser sogenannte Festzuschuss für Zahnersatz. Bei ansonsten gleichen Behandlungskosten müssen Sie dadurch einen größeren Betrag selbst bezahlen.
Grundlage ist das vom Bundestag beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die Änderung betrifft gesetzlich Versicherte bundesweit – also auch unsere Patientinnen und Patienten in Donzdorf.
Festzuschuss für Zahnersatz: Was zahlt die Krankenkasse?
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) beteiligt sich mit einem festgelegten Betrag an Ihrem Zahnersatz. Dieser Kassenzuschuss richtet sich nach Ihrer Zahnsituation und danach, ob Sie regelmäßige Kontrolluntersuchungen nachweisen können.
Die Grundlage ist die sogenannte Regelversorgung: die medizinisch ausreichende Standardversorgung für Ihre Zahnsituation. Für diese Versorgung sind durchschnittliche Kosten festgelegt, aus denen sich der Zuschuss berechnet.
Entscheiden Sie sich beispielsweise für eine aufwendigere Ausführung oder andere Materialien, können zusätzliche Kosten entstehen. Die Krankenkasse zahlt deshalb grundsätzlich keinen höheren Festzuschuss.
Wie hoch ist der Kassenzuschuss für Zahnersatz ab 2027?
Die Zuschüsse sinken in allen drei Vorsorgestufen um zehn Prozentpunkte. Wie viel Ihre Krankenkasse übernimmt, hängt weiterhin von den nachgewiesenen Kontrolluntersuchungen ab:
| Nachgewiesene Vorsorge | Zuschuss bis Ende 2026 | Zuschuss ab 2027 |
|---|---|---|
| Ohne Vorsorgebonus | 60 % | 50 % |
| 5 Jahre lückenlose Vorsorge | 70 % | 60 % |
| 10 Jahre lückenlose Vorsorge | 75 % | 65 % |
Wichtig: Diese Prozentwerte beziehen sich auf die festgelegten Kosten der Regelversorgung – nicht automatisch auf die gesamte Rechnung für Ihren Zahnersatz.
Eigenanteil bei Zahnersatz: Wie viel müssen Sie selbst bezahlen?
Der Eigenanteil ist der Betrag, der nach Abzug des Krankenkassenzuschusses für Sie übrig bleibt.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Angenommen, die für Ihre Regelversorgung festgelegten Kosten betragen 1.000 Euro. Ohne Vorsorgebonus zahlt die Krankenkasse bisher 600 Euro dazu. Ab 2027 wären es bei gleicher Berechnungsgrundlage 500 Euro.
Bei ansonsten unveränderten Behandlungskosten müssten Sie somit 100 Euro mehr selbst bezahlen. Dieses Beispiel dient zur Veranschaulichung und ist keine Preisangabe für eine bestimmte Behandlung.
Ihre tatsächlichen Zahnersatzkosten und Ihr Eigenanteil hängen von Ihrer Zahnsituation, der gewählten Versorgung und Ihrem Vorsorgebonus ab.
Bonusheft beim Zahnarzt: Lohnt sich regelmäßige Vorsorge weiterhin?
Ja. Ein regelmäßig geführtes Bonusheft sichert Ihnen auch ab 2027 einen höheren Zuschuss für Zahnersatz. Nach fünf Jahren lückenlos nachgewiesener Vorsorge beträgt der Zuschuss 60 Prozent, nach zehn Jahren 65 Prozent der festgelegten Regelversorgungskosten.
Erwachsene benötigen für den Vorsorgebonus grundsätzlich mindestens eine dokumentierte Kontrolluntersuchung pro Kalenderjahr. Lassen Sie Ihre Untersuchungen deshalb im Bonusheft eintragen. Regelmäßige Kontrollen helfen außerdem dabei, Zahnprobleme frühzeitig zu erkennen.
Härtefallregelung: Welche Unterstützung gibt es bei geringem Einkommen?
Die Härtefallregelung für Zahnersatz bleibt bestehen. Wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen und die Regelversorgung wählen, kann Ihre Krankenkasse deren Kosten vollständig übernehmen.
Entscheiden Sie sich für eine Versorgung mit zusätzlichen Leistungen, müssen Sie die darüber hinausgehenden Kosten grundsätzlich selbst tragen. Ob die Härtefallregelung für Sie gilt, prüft Ihre Krankenkasse.
Zahnersatz bereits geplant: Welche Regelung gilt zum Jahreswechsel?
Für Festzuschüsse, die Ihre Krankenkasse vor dem 1. Januar 2027 bewilligt hat, gelten weiterhin die bisherigen Zuschussregeln. Entscheidend ist die Bewilligung durch die Krankenkasse. Ein bereits vereinbarter Zahnarzttermin oder ein erstellter Behandlungsplan allein reicht dafür nicht aus.
Der Zahnersatz muss grundsätzlich innerhalb von sechs Monaten nach der Bewilligung eingesetzt werden. Wenn bei Ihnen bereits eine Behandlung geplant ist, besprechen wir gerne mit Ihnen, was das für Ihren Ablauf bedeutet.
Beratung zu Zahnersatz und Kosten in Donzdorf
Sie benötigen Zahnersatz oder haben Fragen zum Zuschuss Ihrer Krankenkasse? Unser Praxisteam der Zahnarztpraxis Lehnert in Donzdorf berät Sie gerne persönlich.
Wir besprechen gemeinsam, welche Behandlung für Sie sinnvoll ist und welche Kosten voraussichtlich entstehen. Der sogenannte Heil- und Kostenplan hält die geplante Versorgung und die voraussichtlichen Kosten fest. Nach Prüfung durch Ihre Krankenkasse steht fest, welchen Zuschuss Sie erhalten.
Vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin – wir helfen Ihnen, Ihre Möglichkeiten und Ihren Eigenanteil verständlich einzuordnen.
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